Endlich ein Strafzettel

Hallo, da bin ich wieder! Und zwar zur Zeit in Rutland, Vermont (USA). Wie ich eben lesen musste, ist Rutland (City) mit ganzen 17.300 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Vermonts! Und entsprechend sieht es in diesem Staat auch aus: ziemlich waldig. Eigentlich ganz hübsch, und obwohl der Herbst noch nicht so richtig eingesetzt hat, kann man sich gut vorstellen, wie großartig das alles hier im Indian Summer aussehen muss. Eigentlich ein bißchen wie der Schwarzwald, nur ohne Dörfer und ohne Fichten. Also - halt mit Laubbäumen statt Fichten. Naja, eigentlich also ganz anders als der Schwarzwald. Kuckucksuhren hab ich auch noch keine gesehen.

Ich habe inzwischen wieder eine Motorkutsche (ich nenne sie liebevoll “Auto”). Diese bringt mich mittels Betätigung des Gaspedals ohne großes Aufsehen von A nach B (über C). Wenn ich mal aus Jux und Dollerei vom Highway runterfahre, zeigt mir mein Navi spontan die schönsten Ecken des Kontinents plus die am wenigsten benutzten Straßen. In dieser Gegend muss man sich dabei wenigstens keine Sorgen um Wasserknappheit machen.

Mein jetziges Auto ist von der Größe her einem Einzelbenutzer angemessen und skaliert sehr gut in die oberen Drehzahlen. Es handelt sich um ein amerikanisches Fabrikat, das in Europa eh kein Mensch kaufen würde, deswegen muss ich hier auch niemandem davon abraten. In zwei Tagen habe ich mir etwa sechs mal den Kopf am Kofferraumverschluss angeschlagen (ich glaube, ich war sieben mal am Kofferraum). Die Scheibenwischer wischen zwar die Scheibe, ich habe aber den Verdacht, dass sie für den Linksverkehrmarkt entwickelt wurden. Der imaginäre Beifahrer hat in meinem Auto ständig beste Sicht, wärend genau vor meinem Gesicht ständig der rechte Wischer halt macht und dabei das Wasser der rechten Scheibenhälfte mitbringt, das dann solange dort bleibt, bis mir der linke Wischer die Sicht versperrt. Dass ein (zu-) hochbezahltes Designerteam derart an einem so essentiellen Autofeature scheitern kann hätte ich zuvor nicht für möglich gehalten. Ich hoffe, es regnet in den nächsten Tagen nicht mehr.

Dieses wunderbare Stück Automobilzeitgeschichte habe ich in Buffalo abgeholt, wohin ich mit dem Bus gefahren bin. An der Grenze wurde der ganze Bus kontrolliert, aber ohne Fingerabdrücke und ohne Foto. Zum Glück haben sie meines schon. Kanadischen Schläfern würde ich dennoch diese Art der Einreise empfehlen.

Apropos Schläfer: Morgen ist der Elfte September. Ich bin schon gespannt, was hier dann so abgeht. Die Anzahl der sichtbaren USA-Flaggen hat sich auf jeden Fall schon mal enorm erhöht. Ich hoffe, sie sperren nicht den Highway oder sowas…

Ach ja, zwischendurch war ich noch am Niagarafall. Garnichtmalsogroß würde ich sagen. Vielleicht kommt die weltweite Berühmtheit aber auch von den umliegenden Kasinos.

Und heute habe ich endlich einen Strafzettel bekommen. 35 Dollar für Falschparken. Ich war überzeugt davon, dass der Platz an dem das Auto stand ein Parkplatz war, die Knöllchenperson sah das wohl anders. Ich habe also prima mit Parkschein falsch geparkt, wo jede Menge echte Parkplätze frei gewesen wären. Nunja, das macht den Kohl (Helmut) auch nicht fetter als er eh schon ist. Zum Glück kann ich bequem im Internet mit Kreditkarte bezahlen.

In diesem Sinne, humba humba humba täteräää,

D. Dings.