Eben geht mein letzter Tag in Montreal zu Ende. Ein Tag voller Anstrengungen, zumindest für die Läufer beim Montreal Marathon, der war nämlich heute. Und ick hab zujekiekt! Geil, wa?
Eigentlich hatte ich geplant, von hier aus nach Quebec (also Richtung Norden) zu fahren, dort ein Auto zu mieten und damit den Nordosten der USA abzugrasen, also Maine, New Hampshire und Masachusetts. Leider musste ich feststellen, dass ein Mietwagen aus Kanada in den USA abzugeben die lächerliche Gebühr von 300 Dollar kostet - bei 270 Dollar für das Auto an sich. Also ist dieser Plan gestorben.
Ich fahre also jetzt nach Süden, nach Toronto. Das liegt um einiges näher an der nächstgrößeren Stadt in den USA, nämlich Buffallo, wo ich dann ein Auto mieten werde. Vielleicht nehme ich den Niagarafall noch mit (wenn ich grad in der Gegend bin) und dann fahr ich trotzdem nach Maine! Ha! Ich weiß zwar nicht genau warum, aber seit ich weiß, dass es diesen Staat gibt, wollte ich schon immer mal hin.
Ich weiß sogar noch genau, seit wann ich weiß, dass es diesen Staat gibt. Das war als meine Lieblingsenglischlehrerin, Frau Maier, mir als Strafarbeit aufgegeben hat, eine riesige Karte der USA für unser Klassenzimmer anzufertigen. Und zwar mit allen Staaten drauf, inklusive Maine. In Maine gibt es nicht viel, aber immerhin einen Nationalpark, vielleicht werde ich mir den also mal anschauen.
Vorher geht es, wie gesagt, nach Toronto. Eigentlich wollte ich mit dem Zug dorthin fahren. Da mir die Webseite der kanadischen Bahn aber etwas komisch vorkam und ich eh nichts besseres zu tun hatte, bin ich mal zum Hauptbahnhof spaziert. Dort habe ich mich an den Schalter gestellt und brav nach einem Ticket für morgen nach Toronto gefragt, worauf der Schaltermann mir sagte: Morgen - Toronto - ausverkauft. AUSEVRKAUFT! Das muss man sich mal vorstellen! Ich will von der zweitgrößten Stadt Kanadas in die größte Stadt Kanadas, lächerliche 500 Kilometer Entfernung, nach kanadischen Verhältnissen quasi Nachbarstädte, Uhrzeit ist mir ziemlich egal - und am Tag vorher gibt’s keine Fahrkarten mehr!
Ich hab’s immernoch nicht ganz verkraftet, mir aber inzwischen ein Bus-Ticket gekauft. Ist eh billiger. Dafür sitze ich jetzt morgen fast 7 Stunden im Bus. Hurra.
Zum Abschluss noch zwei Bilder, die den Gesamtzustand der Eisenbahnpersonenbeförderung in Nordamerika wiedergeben:

Roter Pfeil: Der Eingang zum Hauptbahnhof von Montreal (1,6 Millonen Einwohner)

Roter Pfeil: Hier würde man den Eingang des Hauptbahnhofs von Montreal (zweitgrößte französischsprachige Stadt der Welt) sehen, wenn man ihn sehen könnte. Er liegt ein paar Meter hinter den restlichen Eingängen und Fassaden.
So viel dazu. Alles klar? Denke schon. Mein geheimer Plan, in allen bereisten Ländern mal Zug gefahren zu sein, ist damit auch dahin. Aber in den USA fahr ich noch Zug. Ich schwör’s!
Hier noch ein paar erfreuliche Bilder:









